{"id":4298,"date":"2018-03-11T09:52:28","date_gmt":"2018-03-11T09:52:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rockgegenrechts.com\/?p=4298"},"modified":"2018-03-11T10:03:36","modified_gmt":"2018-03-11T10:03:36","slug":"rechte-gewalt-in-m-v-weiter-auf-hohem-niveau-lobbi-veroeffentlicht-zahlen-fuer-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rockgegenrechts.com\/?p=4298","title":{"rendered":"Rechte Gewalt in M-V weiter auf hohem Niveau \u2013 LOBBI ver\u00f6ffentlicht Zahlen f\u00fcr 2017"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.lobbi-mv.de\">Lobbi MV<\/a>, Pressemitteilung vom 07.03.2018<\/p>\n<p>Rassismus bleibt weiter Hauptmotiv rechter Gewalttaten. Die landesweite Beratungsstelle f\u00fcr Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern, LOBBI, registrierte f\u00fcr das Jahr 2017 mit 109 rechten Gewalttaten leicht r\u00fcckl\u00e4ufige Angriffszahlen. Dennoch bleibt das Ausma\u00df rechter Gewalt auf hohem Niveau.<\/p>\n<p>Nachdem in den Jahren 2015 (130) und 2016 (149) absolute Angriffsh\u00f6chstzahlen registriert werden mussten, verzeichnet die LOBBI nun mit 109 Angriffen f\u00fcr das vergangene Jahr erstmals wieder einen R\u00fcckgang rechter Gewalt.<\/p>\n<p>Angestiegen ist anteilig jedoch zum wiederholten Mal der Anteil von Angriffen die rassistisch motiviert waren (90 \u2259 83%). Au\u00dferdem betroffen waren politisch Aktive (8 Angriffe) und nicht-Rechte Jugendliche (7 Angriffe). Insgesamt waren 172 Menschen direkt von Angriffen betroffen.<\/p>\n<p>\u00bbDer R\u00fcckgang der Gewalt ist eine gute Nachricht, aber kein Anlass zur Entwarnung\u00ab, sagt Robert Schiedewitz, Mitarbeiter der LOBBI.<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die leichte Abnahme kann sein, dass der Wegzug vieler potenziell Betroffener \u2013 sei es wegen rassistischer Erlebnisse oder fehlender Perspektiven &#8211; oder gar ihre Abschiebung in Kriegsgebiete zur Folge hat, dass schlichtweg weniger potenzielle Betroffene in der Fl\u00e4che leben, was sich zwangsl\u00e4ufig auf die Angriffszahlen auswirkt.<\/p>\n<p>Die Zahlen lassen vielmehr den R\u00fcckschluss zu, dass die bereits im Vorjahr konstatierte rassistische Grundstimmung auch in 2017 weiter wirkte \u2013 wohl auch mit angeheizt durch die Bundestagswahlen, in denen ebenso rassistische und islamfeindliche T\u00f6ne zu vernehmen waren und mit auf Wahlkampftour gingen. \u00bbSo ist der R\u00fcckgang rechter Gewalt im Land trotz zwischenzeitlich nachlassender rassistischer Mobilisierung auf der Stra\u00dfe und einer diskreter agierenden organisierten Neonaziszene eher bescheiden.\u00ab, sagt Schiedewitz weiter.<\/p>\n<p>Regionale Schwerpunkte bildeten erneut der Landkreis Mecklenburg Seenplatte mit 23 Angriffen sowie die St\u00e4dte Rostock (18) und Schwerin (17), aber auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim (18).<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Angriffe fand 2017 im \u00f6ffentlichen Raum statt. Immer wieder sind Busse, Stra\u00dfenbahnen oder \u00f6ffentliche Treffpunkte der Tatort.<\/p>\n<p>Mehrheitlich wurden die Angriffe zur Anzeige gebracht. Dennoch berichten Betroffene in anderen F\u00e4llen davon, dass sie auf eine Anzeige bei der Polizei verzichten, weil sie ohnehin nicht an eine angemessene Strafverfolgung glauben und sich nicht ernst genommen f\u00fchlen. Das kann ein Ergebnis eigener negativer Erfahrungen sein, aber auch durch Berichte aus der eigenen Community oder dem sozialen Umfeld. So ist nach wie vor von einer nicht zu verkennenden Dunkelziffer auszugehen. Daraus erkl\u00e4rt sich unter anderem auch der Unterschied zu den j\u00fcngst bekannt gewordenen Zahlen des Bundesinnenministeriums, da die LOBBI auch Angriffe registriert, die nicht zur Anzeige kamen.<\/p>\n<p>Die LOBBI unterst\u00fctzt seit 2001 Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter*innen 144 Menschen nach rechten Angriffen beraten. Dazu geh\u00f6ren direkt Betroffene beraten, aber auch Zeug*innen, Angeh\u00f6rige und Freund*innen. In vielen F\u00e4llen haben sich die Betroffenen selbst bei den Regionalb\u00fcros gemeldet oder wurden \u00fcber Kooperationspartner vermittelt. Dennoch nahm auch die Recherche in Medien oder vor Ort, um Betroffenen das Beratungsangebot zu unterbreiten, einen gro\u00dfen Raum ein. In diesen F\u00e4llen wurde das Beratungsangebot fast immer in Anspruch genommen. Hauptunterst\u00fctzungsfelder sind die psychosoziale Beratung sowie die Begleitung in den teilweise belastenden und langwierigen Ermittlungs- und Gerichtsverfahren. <a href=\"http:\/\/www.ostsee-zeitung.de\/Nachrichten\/MV-aktuell\/Politik\/Erneut-viele-Angriffe-auf-Fluechtlinge-in-MV\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erneut viele Angriffe auf Fl\u00fcchtlinge in MV<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lobbi MV, Pressemitteilung vom 07.03.2018 Rassismus bleibt weiter Hauptmotiv rechter Gewalttaten. 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