Bericht zu den Aktionstagen 2011

Der 08. Juli 2011 war ein wichtiger Tag für die Initiative Rock gegen Rechts Stralsund. Wir haben nach Jahren öffentlich gezeigt, dass wir wieder da sind. Die Rock gegen Rechts reloaded Party 2011 in der Kulturschmiede wurde zahlreich besucht. Es spielten mehrere regionale und überregionale Bands.

Am Abend zuvor gab es einen versuchten Übergriff von Neonazis auf einen Jugendlichen. Der Grund war, dass er illegal plakatierte Neonaziplakate abriss. Der Jugendliche konnte sich einem Messerangriff noch rechtzeitig entziehen. Dies zeigte wieder einmal, dass die Stadt Stralsund ein Problem mit gewaltbereiten Nazis hat. Dies war der Anlass, dass sich Besucher der reloaded Party entschieden eine friedliche Spontandemonstration in der Altstadt durchzuführen

Am Montag, 15. August 2011, wurde in der Volkshochschule die VVN-BdA-Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ eröffnet. Der Landesvorsitzende des VVN-BdA erläuterte die Ziele der Ausstellung und führte die Gäste an den einzelnen Tafeln vorbei. Dabei kam es zu interessanten Gesprächen und Diskussionen. Im Anschluss daran wurde der Jungwähler_innen-Werbespot für die Landtagswahl präsentiert, dieser lief danach auf mehreren offenen Kanälen im Land. Der Werbespot wurde in Zusammenarbeit mit der Sophie Medienwerkstat e.V. produziert und auch vom Land MV gefördert.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Flüchtlingspolitik. Die Gäste der Veranstaltung, unter anderem eine Schulklasse, nutzten die Gelegenheit mit der Vorsitzenden des Flüchtlingsrats MV e.V., die die Lebensbedingungen der Asylbewerberinnen und Asylbewerber in unserem Land sehr eindrücklich schilderte, ins Gespräch zu kommen. Alle Teilnehmer_innen waren am Ende der Meinung, dass die Lebensbedingungen der Asylbewerberinnen und Asylbewerber dringend verbessert werden müssen. Ein Leben ohne Krankenversicherungsschutz, in Gemeinschaftsunterkünften mit 6m² pro Person in einem fremden Land, das diese nicht als kulturelle Bereicherung ansieht sondern eher als potentielle „Gefahr“ und Kostenfaktor, ist menschenunwürdig und steht im Widerspruch mit der von Deutschland unterzeichneten Menschenrechtskonvention.

Der Saal der Volkshochschule war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als am Mittwoch das Thema „Rechte Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern“ war. Der Referent von LOBBI MV erklärte die Arbeit von LOBBI (www.lobbi-mv.de), diskutierte mit den Gästen den Begriff Gewalt und brachte aktuelle Beispiele von rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern. Im Anschluss bekam er von den Gästen einen Input über rechte Gewalt im Landkreis Vorpommern-Rügen, so dass beide Seiten den Abend als sehr informativ bewerteten.

Wie an den Vortagen, interessierte auch der Vortrag „Ökologie von Rechts“ viele Stralsunder_innen. In diesem Vortrag von Sobi e.V. (soziale Bildung Rostock) ging es darum, wie sich Neofaschisten dem Thema Ökologie und Umweltschutz bedienen bzw. benutzen, um ihre Ideologie zu tarnen und umzusetzen. Es wurde offenbart, dass es viele Biobauernhöfe in MV gibt, die von Neonazis geführt werden. Das Fazit dieses Abends war, dass es auch in diesem Bereich eine große Bewegung von rechter Seite in MV gibt.

Am Freitag war der Raum schon fast überfüllt. Dies lag mit Sicherheit an dem spannenden Thema „Alltagsrassismus und rechte Strukturen – deutsche Zustände und antifaschistische Perspektiven“. Es wurde mit den Podiumsteilnehmern der Rosa-Luxemburg Stiftung und des Peter-Weiße-Haus diskutiert.

Der letzte Tag der Aktionstage gegen Rechts 2011 war wieder ein sehr ereignisreicher Tag, ein Vortrag und ein Konzert standen auf der Tagesordnung. Er begann mit dem Vortrag zum Thema „ Rechte Strukturen und Wahlkampftaktik in MV“. Vertreter von Sobi e.V. hatten diese Veranstaltung mit Unterstützung der DGB Jugend durchgeführt. Am Abend stellten sich ab 18.00 Uhr im Eingangsbereich des Konzertraumes viele Unterstützer der Aktionstage vor. Sie kamen mit den Gästen zu den vielseitigen Themen dieser Aktionstage ins Gespräch. Um 19.30 Uhr ging das Abschlusskonzert der Aktionstage des Jahres 2011 los. Es spielten 5 Bands aus der Region und ganz MV. Sie heizten den hunderten Besuchern ordentlich ein und erhoben ihre Stimme gegen Neonazis und rechte Ideologien.

Das Fazit der Aktionstage gegen Rechts 2011: Jeden Tag war etwas los, viele neue Menschen engagieren sich gegen Nazis, und die Besucherzahlen zeigen uns, dass das von uns geschaffene Angebot angenommen wurde. In laufe der ganzen Aktionstage haben rund 800 Menschen unsere Veranstaltungen besucht. Wir werden solche Aktionstage im Jahr 2012 wiederholen.

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